Das Prähistorische Reich

Das prähistorische Reich

Die Vision von Johannes dem Offenbarer erzählt über den Streit im prähistorischen Reich zwischen Satan und Jesus Christus. Von dieser Geschichte hörte ich schon früh in meiner Kindheit, und ich denke gern an die Sonntage in der Kirche, in der Primarvereinigung zurück, wo ich von dieser Begebenheit erfuhr. Bevor die Menschen auf die Erde kamen, befanden sie sich als Geistkinder Gottes im so genannten prähistorischen Reich. Um höhere Geistphären  erreichen zu können, mussten diese allerdings eine Prüfung bestehen, die ihnen erlaubte eine geistige Reife zu erlangen um bei Gott wohnen zu können. So kam es in einer Versammlung, wo alle Geistkinder versammelt waren, zu einem Streit zwischen Satan und Jesus Christus. Satan trachtete ohne Rücksicht auf die Rechte und Handlungsfreiheit anderer Geistkinder nach höherer Macht und Stellung. Er wollte auf die Erde geschickt werden, um alle Menschen die auf die Erde kamen, ohne ihren freien Willen wieder zu Gott zurück bringen. Diesem Vorschlag Satans widersprach Jesus Christus und schlug Gott eine andere Lösung vor. Jesus Christus wollte, dass die Menschen freiwillig zu Gott zurückkehren können, und schlug vor, dass er als Lehrer der Menschen auf die Erde käme um diese belehren zu können. Dadurch könnten sich die Menschen frei entscheiden zu Gott zurück zu kehren.

So kam es, dass Gott sich für den Vorschlag von Jesus Christus entschied und den Vorschlag Satans ablehnte. Aufgrund dieses Streites wurde der Satan aus dem prähistorischen Reich geworfen und auf die Erde verbannt. Satan hatte allerdings auch Anhänger die sich seinem Vorschlag anschlossen, und dadurch ebenfalls auf die Erde verbannt wurden. Der Vorschlag von Jesus Christus wurde angenommen, und dieser sollte auf die Erde geschickt werden, um möglichst viele Geistkinder im Sinne ihres freien Willens und ihrer Handlungen zu Gott zurück zu bringen. So wurde Jesus Christus als Erlöser der Menschen ordiniert, mit dem Bewusstsein, dass dieser sein irdisches Leben opfere um der Menschheit ihren freien Willen zu lassen. Der Satan wollte Macht und Ansehen, Jesus Christus  wollte den Willen Gottes erfüllen, der den Erlösungsplan der Menschen beinhaltete.

So wurden die Menschen, die sich für den Vorschlag Jesus Christus entschieden, auf die Erde geschickt um die Prüfung des Erdenlebens zu durchlaufen und mit ihrem freien Willen so zu leben wie es Gott gefällt oder missfällt. Diejenigen Geister die sich als Anhänger Satans bekundeten, sollten als Versucher der Menschen auf der Erde fungieren. So konnten diese Anhänger Satans den Erlösungsplan boykottieren, wodurch möglichst viele Menschen das Leben auf der Erde nicht beständen, und nicht zu Gott als erhöhte Wesen zurückkehren. Auch im prähistorischen Reich besaßen die Menschen unterschiedliche Entwicklungsstufen, Intelligenzen und Fähigkeiten. Nun auf die Erde geschickt, liegt es an dem Menschen selbst, wie diese sich im Rahmen ihres freien Willens auf Erden verhalten, um den Erlösungsplan Gottes zu erfüllen und die Prüfung zu bestehen. Nur so kann der Mensch im Jenseits als erhöhtes Wesen bei Gott leben. Natürlich wissen die Menschen zu Zeiten des Erdenlebens mangels Unterweisung von diesem vorirdischen Dasein nichts mehr. Aufgrund ihrer seelischen Beschaffenheit und geistigen Haltung, werden die Menschen jeder für sich diese Prüfung durchlaufen.

Wie es um die seelische und geistige Entwicklung der Menschen individuell steht, kann jeder Mensch täglich mehr oder weniger am Verhalten seiner Mitmenschen erleben. Der Stolz, die Eitelkeit und die Habsucht sind oftmals die Stolpersteine über die viele Menschen selbst fallen und so die Lehre Gottes nicht befolgen. Natürlich sind auch die Anhänger Satans auf der Erde um den Menschen in Versuchung und auf ihre Seite zu bringen. Durch mangelnde Einsicht und fehlendem Bewusstsein schiebt der Mensch seine Umkehr so weit hinaus, dass dieser seine Prüfung nicht besteht. Nach dem Erdenleben ist das Gejammer bei vielen Menschen groß, da diese es verpasst haben mangels dementsprechendem Verhalten, die Prüfung zu bestehen. Dieser Zustand wird dann als “Hölle” erlebt, da der Mensch mit seinen eigenen Taten oder dem untätig sein konfrontiert wird und es kein Entkommen vor sich selbst gibt. Wenn der Mensch sich von seinen irdischen Zielen frei macht, und den eigentlichen Sinn seines Lebens begreift wird er verstehen, dass er nicht von der Erde sondern lediglich auf der Erde ist. Im 2.Timotheus 3:1-5 lesen wir über den Zustand vieler Menschen auf Erden:

“Das eine sollst du wissen: In diesen letzten Tagen werden schlimme Zeiten auf uns zukommen. Die Menschen werden nur sich selbst und ihr Geld lieben. sie werden überheblich und anmaßend sein, Gott verlässtern und sich weigern, auf ihre Eltern zu hören. Dank und Ehrfurcht kennen sie nicht. Sie lassen andere im Stich, sind unversöhnlich und verleumden ihre Mitmenschen. Ihr Leben ist ohne Hemmungen, brutal und rücksichtslos. Sie hassen alles Gute, Verräter sind sie, die sich nicht beherrschen können und nur sich selbst für wichtig halten. Nichts als ihr Vergnügen haben sie im Kopf, und Gott ist ihnen völlig gleichgültig. Nach außen tun sie zwar fromm, aber von der Kraft des wirklichen Glaubens wissen sie nichts. Hüte dich vor solchen Menschen.”

Nach diesen Zeilen kann jeder Mensch sich betrachten und beurteilen auf welchem Stand er sich innerhalb seines Prüfungsweges befindet.   

Literatur:

James E. Talmage: “Jesus der Christus”, Verlag Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, Franfurt/Main 1980

Die Bibel – Einheitsübersetzung, Herder Verlag 2017