Narzissmus

Narzissmus

Das Phänomen Narzissmus ist so komplex, dass mein Versuch hier, den Begriff Narzissmus darzustellen, nur eine lückenhafte Beschreibung sein kann. Die Motivation mich mit dieser Materie zu beschäftigen ist in meinem beruflichen Hintergrund begründet, und der Tatsache, dass dieser Begriff heutzutage in aller Munde ist, und viele Menschen letztendlich nur ein Halbwissen über diesen Begriff besitzen. Letztendlich wird dieser Begriff überwiegend auch als Schimpfwort benutzt, um Menschen anhand von Persönlichkeitsmerkmalen herabzusetzen. Diese Gesinnung entspricht diesem Begriff nicht, denn in jedem von uns Menschen sollte eine narzisstische Anlage ruhen. In der Wissenschaft wird von einem „gesunden“ Narzissmus und von einem „pathologischen“ Narzissmus gesprochen.

„Gesunder“ Narzissmus

Im Sinne des „gesunden“ Narzissmus ist festzustellen, dass dieser Begriff „Selbstliebe“ bedeutet und jeder Mensch ein gesundes Maß an Selbstliebe benötigt. Die Fähigkeit, sich in positiver, liebevoller Weise sich selbst zuzuwenden, ist eine Voraussetzung für ein glückliches und erfülltes Leben. Selbstvertrauen, Selbstachtung, Selbstbewusstsein sind wesentliche Bestandteile einer stabilen und gesunden Persönlichkeit, die jeder Mensch nur entfalten kann, wenn er sich selbst mag, und gelernt hat etwas Wert zu sein. Deshalb ist es wichtig, dass echte Freude über eigene Leistungen für den Menschen möglich ist. Lob, Bewunderung und Anerkennung sind, wenn diese ehrlich gemeint sind, positive Ausdrucksformen des menschlichen Zusammenlebens. Die Fähigkeit, Lob und Anerkennung anzunehmen, ist ein Hinweis auf ein stabiles Selbstwertgefühl.

Die Basis dieses Selbstwertgefühls wird in der Kindheit seitens der Eltern angelegt und ist Voraussetzung für ein stabiles Ich. Die Selbstliebe, Zufriedenheit, Ehrlichkeit und Authentizität der Eltern ist unabdingbar für die Entwicklung des gesunden Narzissmus bei Kindern. Hierbei ist nicht die Erziehungsform der Eltern ausschlaggebend, sondern die Beziehungsqualität, das heißt die meist unbewussten Überzeugungen, Einstellungen und Motive des elterlichen Handelns. Wichtig ist, dass die Botschaft der Mutter eindeutig ist. Das was sie sagt und tut, sollte identisch mit dem sein, was sie empfindet. Ein Kind fühlt sich verlassen, wenn es mechanisch versorgt wird, weil die Mutter gedanklich mit ihren Problemen beschäftigt ist. Aber auch eine Überbehütung ist eine Vernachlässigung, denn die wahren Bedürfnisse des Kindes werden regelrecht erstickt.

Das Kind empfindet mehr als es versteht, Gefühle und Wahrnehmungen sind unabhängig von jedem erklärten pädagogischen Einfluss die ausschlaggebenden Faktoren für die kindliche Entwicklung. So wird das Kind über Blickkontakt, Mimik, Gestik, Tonfall und Stimmungen mehr beeinflusst, als über vermeintlich kluge Worte und vernünftige Argumente. Das Streben nach Bedeutung ist ein tief verwurzeltes menschliches Bedürfnis. Der Mensch will wichtig sein und anderen Menschen nahestehen. Die Liebe der Mutter in der frühen Kindheit entscheidet nicht nur über Gesundheit und Krankheit, sie prägt auch maßgeblich das Selbstwertgefühl. Werden Grundbedürfnisse nach Aufmerksamkeit, Bestätigung, Zuneigung und Versorgung nicht genügend befriedigt, zieht sich das Kind immer mehr in sich zurück, in eine vermeintliche überlegene Isolation. Was die Ablehnung verursacht hat, wird im Kind entwertet oder zerstört.

Er will Ziele verfolgen, die ihm Erfolg und Bewunderung einbringen, oder an seiner Selbstverwirklichung arbeiten, die ihm innere Zufriedenheit beschert. Die Suche nach Aufmerksamkeit und Anerkennung sind in einem angemessenen Ausmaß Bestandteil eines „gesunden“ Narzissmus und gehört zur seelischen Gesundheit. Der erlebte Selbstwert und die vorhandene Selbstliebe ermöglichen auch die Fremdliebe und die Wertschätzung anderer Menschen mit ihren jeweiligen Fähigkeiten und Begrenzungen. Die eigene Zufriedenheit ist die Basis für eine abgestimmte Partnerschaft, in der nichts selbstverständlich ist, sondern alles empathisch verhandelt wird. Bis zu einem gewissen Maße ist es auch “normal” und stabilisierend, dass Abwehrmechanismen wie die Verdrängung, Verleugnung oder Spaltung eingesetzt werden, um die eigene Integrität zu schützen. Innerhalb der Gesellschaft wäre ein gesunder Narzissmus bei der Mehrheit der Bevölkerung ein Garant für einen sozialen Zusammenhalt, der nicht durch Erwartungs- und Leistungsdruck, Stärkekult, Karrierestreben, Profit- und Wachstumssucht unmöglich gemacht und zerstört wird.

„Pathologischer“ Narzissmus

Pathologischer Narzissmus gehört zu den sogenannten frühkindlichen Störungen. Darunter sind aus psychoanalytischer Sicht die präödipalen Störungen gemeint. Nach Sigmund Freud beginnt die ödipale Phase, wenn ein Kind beginnt, sich für den gegengeschlechtlichen Elternteil erotisch zu interessieren. Frühstörungen entstehen demnach in einer Phase, in der die Zweierbeziehung von Mutter und Kind in Vordergrund steht. Die Störung beginnt also in einem frühen Lebensalter, so dass meist keine Erinnerung an die Entstehung möglich ist. Von einem „pathologischen“ Narzissmus kann dann gesprochen werden, wenn das Bedürfnis nach Liebe, Bewunderung und Anerkennung unangemessen übersteigert ist.

Menschen die von diesem übersteigertem Bedürfnis betroffen sind, haben in ihrer frühkindlichen Entwicklung zu wenig Liebe erfahren. Sie versuchen dieses Defizit auf unterschiedliche Weise auszugleichen, ohne mit ihrem Bestreben jemals befriedigenden Erfolg erfahren zu können. Hier wird dann in der Wissenschaft von „narzisstischer Persönlichkeitsstörung“ gesprochen. Die Störungen der Selbstliebe sind heute weit verbreitet, es sind im Grunde durchschnittliche ganz „normale“ Störungen geworden. Sie signalisieren eine gestörte „Normalität“, mit der Folge, dass nur noch die extremen Formen als Krankheit wahrgenommen werden.

Der pathologische Narzissmus stellt sich in zwei einander gegensätzliche Richtungen dar. Nämlich als übermäßige Selbstliebe (Größenselbst) und als mangelnde Selbstliebe (Größenklein). Beiden Varianten liegt eine wesentliche Störung des Selbstgefühls und der Selbstbezogenheit zugrunde. Das Selbst hat mehrere Facetten, eine differenzierte Vorstellung von der eigenen Person, ein qualifiziertes Selbstwertgefühl mit entsprechender Selbstwahrnehmung und das Wissen um die Art und Weise des individuellen Erlebens und Reagierens. Eine stabile Selbstwertregulation ist die Folge einer positiv verlaufenen Integration von negativen und positiven Selbstanteilen. Demgegenüber leiden Narzissten unter einem labilen Selbstwertgefühl, das nicht selten auf den ersten Blick nicht zu erkennen ist. In der wissenschaftlichen Literatur werden zum Begriff Narzissmus unterschiedliche Konzepte vorgestellt, die den pathologischen Narzissmus erklären sollen, die sich allerdings zum Teil widersprechen.

Ein wesentliches Merkmal des pathologischen Narzissmus ist die Unfähigkeit zur Empathie. Der narzisstisch gestörte Mensch ist nur mit sich selbst beschäftigt, um die Wunden zu versorgen, die durch Liebesmangel geschlagen wurden, wodurch kaum noch Raum für andere Menschen bleibt. Der Narzisst braucht Objekte, also andere Menschen, die für ihn da sind, die sich für die eigenen Bedürfnisse verwenden lassen, die auf jeden Fall bestätigen, zustimmen und bewundern müssen, aber auf keinen Fall substantielle Kritik äußern dürfen. Dafür bekommt der Bestätiger und Bewunderer Anerkennung und Wohlwollende Zuneigung, die aber der konarzisstischen Funktion gelten und nicht der Person. Ein Narzisst liebt nicht, er will geliebt werden. Er meint nicht seinen nächsten Mitmenschen, denn er braucht ihn lediglich für seine Belange, er spürt nicht was mit dem Anderen ist, er nimmt nur wahr, wie der Andere zu ihm steht.

Der Narzisst legt eine Grandiosität an den Tag, er zeigt sich gern in seiner phantasierten Größe mit dem Gefühl der Überlegenheit, tatsächlicher Rücksichtslosigkeit und einem Widerspruch zwischen großen Ambitionen und tatsächlich Erreichtem. Einfachen Werten, wie physische Attraktivität, Macht, Reichtum, Kleidung, Auftreten und ähnliches wird häufig große Bedeutung beigemessen. Narzissten, die über eine hohe Intelligenz verfügen, stellen diese gern in den Vordergrund zur intellektuellen Überheblichkeit. Eine Bewunderung ihnen gegenüber gilt für den Narzissten als selbstverständlich und wird nicht so sehr als solche geschätzt. Das Gefühlsleben des Narzissten, insbesondere in seinen Beziehungen zu anderen Menschen, ist seicht und oberflächlich. Größenwahn wechselt sich ab mit Gefühlen der Unsicherheit oder Minderwertigkeit. Der Narzisst fürchtet als durchschnittlich oder mittelmäßig zu gelten, was die Grandiosität zu einem hervorstechenden Merkmal werden lässt. Die krankhafte Objektliebe zeigt sich beim Narzissten oftmals in einem überwältigendem Neid, der bewusst als auch unbewusst sein kann. Durch bewusster oder unbewusster Abwertung anderer Menschen versucht er sich gegen die aufkommenden Neidgefühle zur Wehr zu setzen.

Nicht selten neigt der Narzisst zu einer Haltung der rechthaberischen Ansprüchlichkeit. Eine vorübergehende Idealisierung anderer Menschen kann schnell in Entwertung umschlagen. Unbewusst können andere Menschen zunächst als Idole wahrgenommen werden, um letztlich jedoch zu Feinden oder Idioten herabgesetzt zu werden. Eine Einfühlung oder die Fähigkeit zu echter Verbindlichkeit sind dem Narzisst nicht möglich. Ein grundlegender Selbstzustand des Narzissten ist eine Gefühl der Leere und des Allein-Seins. Ein Narzisst ist in aller Regel unfähig von anderen Menschen zu lernen, obwohl sie einen intensiven Drang der Wissbegierde haben. Sie empfinden das Leben als bedeutungslos. Wird ihr Bedürfnis nach Bewunderung und Erfolg nicht erfüllt, verfallen sie in ein Gefühl der Langeweile. Das Größenselbst einer narzisstischen Persönlichkeit kann den Anforderungen einer entwickelten, industriellen und bürokratischen Gesellschaft durchaus entsprechen. Der Narzisst ist anpassungsfähig genug, um sich in die Routine und Struktur der leistungsorientierten Arbeitswelt einzufügen. Allerdings fehlt ihm ein stabiles Kern-Selbst, was dazu führt, dass er sich von Massenmedien und bürokratischen Institutionen leicht manipulieren lässt. Zum Narzissmus gehört die Fassade des „Cool-seins“ und Souveränität, deshalb werden Gefühle in aller Regel verachtet.

Therapie des „pathologischen“ Narzissmus

Eine Therapie der „narzisstischen Persönlichkeit“ ist nur schwer möglich, weil die Folgen des frühen Liebesmangels im Grunde nicht mehr wirklich heilbar sind. Die frühe Entwicklung des Gehirns, die Art der neuronalen Vernetzung, hängt sehr stark von den ersten Beziehungserfahrungen des Menschen ab. Das Gehirn bildet sozusagen Beziehungsrepräsentanzen ab, das heißt, die Qualität der ersten Beziehungserfahrungen mit Mutter und Vater entscheidet darüber, was sich bei dem Menschen neuronal einprägt. In der Psychologie spricht man von einem sogenannte Wiederholungszwang, was in diesem Falle heißt, das Menschen immer wieder unbewusst Verhältnisse suchen oder herstellen, die ihren bisherigen Erfahrungen entsprechen. Dadurch ist auch die Berufswahl, die Partnerwahl, die Ausgestaltung von Beziehungen, die Lebensform und das Weltbild motiviert worden. Möchte der Narzisst auf Grundlage dieser Erkenntnis Verhaltenskorrekturen vornehmen und die eigene Lebensform verändern, sind davon natürlich auch alle Beziehungspartner mitbetroffen.

Oftmals geschieht es dann, dass der Partner, Familienangehörige, Freunde und Arbeitskollegen dies nicht verstehen und nur unwillig akzeptieren, wenn sie nicht sogar alles daransetzen, solche Veränderungen zu verhindern. Der Mensch lebt nicht für sich allein und ist immer nur ein Glied im sozialen Gefüge. Der Narzisst kann nicht wirklich gesund werden in einer kranken oder krank machenden Umwelt. So hat ein Narzisst auf dem Weg aus seinen frühen Verletzungen heraus nicht nur mit sich selbst zu tun, sondern auch mit seiner sozialen Umwelt und letztendlich mit einer gesellschaftlichen Lebensform, die zwar zu seiner Störung konform war, aber nicht zu seiner potentiellen Gesundung passt.

Die narzisstische Problematik macht aber auch einen ehrlichen Zugang zum wirklichen Leiden sehr schwer, weil der Narzisst seine Abwehr, die Größe, den Glanz und die Bedeutung bzw. die Selbstabwertung braucht, um seine tiefe seelische Erschütterung zu verhindern. In der Therapie ist der Narzisst bemüht ein perfekter Patient zu sein und sucht dadurch Bewunderung und Anerkennung. Bleibt diese aus, kann es bald zu einer totalen Abwertung der Therapie kommen. Es ist für ihn eine Kränkung, überhaupt in Therapie zu sein. Der Narzisst ist besonders begabt, Fehler und Schwächen anderer Menschen zu erkennen und aufzudecken. Trifft der Narzisst auf einen unerfahrenen Therapeuten, kann es zu einer Kollusion bis hin zum Therapieabbruch führen. Der unerfahrene Therapeut kann auf Kränkungen nur angemessen reagieren, wenn dieser seine eigene narzisstische Wunde kennengelernt hat. Der Therapeut sollte verstanden haben, dass seine eigene narzisstische Wunde ihn dazu brachte den Beruf des Therapeuten zu wählen. Bei unzureichender Bearbeitung besteht die Gefahr, dass der Therapeut Opfer der Idealisierung seitens des Narzissten wird oder dass er gekränkt reagiert und therapeutische Fehler macht. Entscheidende Herausforderungen für Therapeut und Narzissten sind das Ertragen von narzisstischer Wut, Verzweiflung und Langeweile während des therapeutischen Prozesses.

Narzisstisch gestörte Menschen sind nicht in der Lage, den Therapeuten als unabhängiges Gegenüber wahrzunehmen. Daher ist es wichtig, immer wieder die Beziehungsebene anzusprechen. Der Therapeut gibt Fehler freimütig zu und verschanzt sich nicht hinter einer professionellen Rolle. So kann der Narzisst lernen, dass der Therapeut anders ist, als er denkt, und ihm trotzdem zugewandt bleibt. Seine wahren Gefühle wie Verzweiflung, Wut, Kränkung, Schuld, Ohnmacht, Trauer, Schmerz und Neid können geäußert werden. Die Therapie ist beendet, wenn der Narzisst befriedigende mitmenschliche Beziehungen haben kann.

Die narzisstische Gesellschaft

Der Sozialismus ist gescheitert, weil die Menschen mehr haben wollten, als zu bekommen war. Der Kapitalismus scheitert, weil die Menschen mehr verbrauchen, als sie verdient haben. Der Maßstab des Verdienstes orientiert sich nicht an der Realität, sondern an der irrationalen narzisstischen Bedürftigkeit. So kann die Mehrheit einer Bevölkerung extrem selbstentfremdet und hochpathologisch leben, ohne dass das wahrgenommen wird, weil halt die meisten so sind. Derjenige, der versucht authentisch zu leben, sich selbst gut verwirklicht und Begrenzungen akzeptiert, die Realität erkennt und der Wahrheit nahe ist, wird abgelehnt, verfolgt und womöglich aus der Gemeinschaft entfernt. In einer narzisstischen Gesellschaft leben viele Menschen davon, sich über andere aufzuregen, ihnen schlechte nachzusagen, sie zu beschimpfen und lächerlich zu machen. In der heutigen Gesellschaft stellt die Mediale Distanz und Anonymität eine große Verlockung dar, die eigene seelische Verletzung projektiv an andere weiterzugeben. Kein Mensch hätte Interesse, andere zu verfolgen und schlechtzumachen, wenn er nicht selbst auf narzisstischer Kränkungswut wie auf einem Pulverfass sitzen würde. Wenn man darauf achtet, wie häufig über andere Menschen abwertend geredet und über die Verhältnisse geklagt wird, dann merkt man, dass das Alltagskommunikation zur permanenten Abwehr der eigenen narzisstischen Verletzungen ist.

Gewaltexzesse sind immer Folge einer psychosozial begründeten Entwicklung, deren Ursache früher Liebesmangel ist, verstärkt und chronifiziert durch fortgesetzte soziale (narzisstisch kränkende) Abwertung, wie sie durch Armut, Arbeitslosigkeit, mangelhafte Ausbildung und fehlende Bestätigungschancen geschieht. Abschließend möchte ich einen Gedanken von Erich Fromm einfließen lassen, indem er schreibt, dass der Mensch von seiner Gesellschaft geformt ist, so dass die krankhaften Erscheinungen in besonderen Eigenschaften der Gesellschaftsorganisation begründet sind. Als Teilglied dieser Gesellschaft gilt die Familiengruppe, in der das einzelne Individuum mit seinen Besonderheiten heranwächst und lediglich Repräsentant der Gesellschaft ist.

Deshalb ist es so wichtig, dass viele Menschen im sozialen Gefüge, insbesondere die, die leiten und führen, ein echtes, starkes Selbstwertgefühl besitzen, damit sie nicht selbst bedürftig sind und auf krankhafte Weise zu Massenverführern werden, um die eigene Minderwertigkeit zu kompensieren. Das Festhalten an Macht um der Macht willen ist ein deutlicher Hinweis auf eine narzisstische Persönlichkeit. Leider sind die meisten Politiker der Welt mehr oder weniger stark von diesen Zügen durchdrungen. 

Diese kurze Darstellung über den Narzissmus soll nur die Grundfacetten dieses Störungsbildes abhandeln, und hat nicht den Anspruch dieses Störungsbild gänzlich zu erklären, denn dieses Unterfangen würde diesen Rahmen bei weitem überschreiten.

Literatur:

Heinz Kohut: „Narzissmus“, Suhrkamp Verlag 1976
Alice Miller: „Das Drama des begabten Kindes“ Suhrkamp Verlag 1983
Heinz-Peter Röhr: „Narzissmus – Das innere Gefängnis“ dtv 2005
Bärbel Wardetzki: „Weiblicher Narzissmus – Der Hunger nach Anerkennung“, Kösel Verlag 2015
Hans-Joachim Maaz: „Die narzisstische Gesellschaft“, dtv 2016
Otto F. Kernberg / Hans-Peter Hartmann: „Narzissmus, Grundlagen – Störungsbilder – Therapie“, Schattauer Verlag 2009
Erich Fromm: „Jenseits der Illusion“, dtv 2006